Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie
Die wirtschaftliche Integration Europas hat die EU zu einem der führenden Wirtschaftsräume gemacht. Um dieses beachtliche Potenzial des Dienstleistungssektors für Wachstum und Beschäftigung künftig besser ausschöpfen zu können, trat Ende 2006 die europäische Dienstleistungsrichtlinie (EU-DLR) in Kraft. Sie ist ein wichtiges Reformvorhaben bei der Umsetzung der Lissabon-Strategie und soll bestehende Hindernisse abbauen, den grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen fördern und damit zur Verwirklichung des einheitlichen Binnenmarktes beitragen.
Die Mitgliedstaaten hatten die Richtlinie bis zum 28.12.2009 in nationales Recht umzusetzen.
Für die Mitgliedsstaaten bedeutet dies die Einrichtung zentraler Anlaufstellen (Einheitliche Ansprechpartner), bei denen sich Dienstleister auf einfache Weise alle relevanten Informationen beschaffen können. Dort sollen sie auch alle erforderlichen Formalitäten elektronisch erledigen, ohne verschiedene Ämter oder Kammern kontaktieren zu müssen.
SPOCS - einfache Online-Prozesse für grenzüberschreitende Dienstleistungen
Nun geht die IT-Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie mit dem Großprojekt SPOCS (Simple Procedures Online for Cross-border Services) in die nächste Phase. Das Pilotprojekt SPOCS soll die Mitgliedsstaaten bei den aktuellen und zukünftigen Herauforderungen der grenzüberschreitenden Interoperabilität im Kontext der EU-Dienstleistungsrichtlinie unterstützen. Dies soll durch die Beschreibung und Pilotierung gemeinsamer Spezifikationen geschehen und umgesetzt werden. SPOCS wird dabei auf Grundlage der bestehenden oder gerade in Planung befindlichen nationalen Infrastrukturen Lösungen im Bereich der grenzübergreifenden Interoperabilität entwickeln.
bos KG im Projekt SPOCS
Die bos KG beteiligt sich gemeinsam mit der Freien Hansestadt Bremen, vertreten durch die Senatorin für Finanzen, an diesem europäischen Großprojekt. Dem Projekt liegen vorangehende Großprojekte wie STORK, welches es EU-Bürgern ermöglicht, sich elektronisch zu identifizieren und öffentliche Dienstleitungen in Europa standortunabhängig zu nutzen, und das Großprojekt PEPPOL, das Unternehmen die Teilnahme an Ausschreibungen öffentlicher Aufträge in ganz Europa online ermöglicht, zugrunde. Auch an PEPPOL sind die bos KG und die Freie Hansestadt Bremen beteiligt. In beide Projekte bringen wir unser Expertenwissen aus dem Bereich elektronische Signaturen, sicherer Nachrichtentransport und Infrastrukturen ein.
Projekt im Juni 2009 gestartet
Das Projekt SPOCS wurde Mitte des Jahres 2009 gestartet und wird bis Mitte 2012 laufen. Unterstützt wird das Projekt von der Europäischen Kommission im Rahmen des Competitive and Innovation Framework Programme (CIP) und im Kontext des Information Communication Technologies Policy Support Programme (ICT-PSP) gefördert.

